Eine Dreierspitze leitet nun den SCM

Eine Ära geht zu Ende: Nach 20 Jahren im Amt beendet Reinhard Auer seine Tätigkeit als Vorsitzender

Die neue Vorstandschaft des SC hat die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt. Vorne stehend von rechts: Schriftführerin Angela Politanow, die drei gleichberechtigten Vorsitzenden Christian Brunner, André Höcherl und Heiko Gietlhuber sowie Kassier Brigitte Pangerl.

Michelsneukirchen. Schon die ansonsten nicht übliche Zahl von knapp 100 anwesenden Mitgliedern hat gezeigt, welchen Stellenwert die Verabschiedung des Vorsitzenden Reinhard Auer und die Neuwahl einer Führung für den Sportclub Michelsneukirchen in der Gemeinde haben. Nach 20 Jahren als erster Vorsitzender gab Auer das Amt bei der Jahresversammlung am Freitagabend im Saal des Gasthauses Stubenhofer-Sturm an eine Dreierspitze, bestehend aus André Höcherl, Heiko Gietlhuber und Christian Brunner, ab. Auer übergibt einen soliden Verein, sowohl in finanzieller und sportlicher, als auch verwaltungstechnischer Hinsicht.

 

Derzeit zählt der Verein rund 1  150 Mitglieder. „Somit ist fast jeder Michelsneukirchener Mitglied beim SC“, rechnete Auer bei seinem letzten Rechenschaftsbericht vor. Sportlich laufe es derzeit rund beim SCM, seit dem Sommer sind die Jugendlichen der D- bis A-Jugend in einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Falkenstein organisiert. Ein solches Fusionsmodell wäre, so Auer, auch im Seniorenbereich irgendwann denkbar, wenn der Nachwuchs ausbleibt. „In naher Zukunft wird das wahrscheinlich unumgänglich“, meinte Auer. In einem Rückblick auf die 20 Jahre als Vorsitzender stellte Reinhard Auer einen Wandel in der Gesellschaft fest. „Früher hatte ein Verein einen höheren Stellenwert“, blickte er zurück. Dennoch konnte die Mitgliederzahl des SC von rund 700 auf jetzt 1  150 gesteigert werden. „Das war nur möglich, weil in allen Abteilungen wirklich großartige Arbeit geleistet wird“, sagte Auer anerkennend. Trotzdem gab es auch so manche Tiefschläge für den SC, die gemeinsam überwunden werden konnten.

Langanhaltender Applaus zum emotionalen Abschied

Mit langanhaltendem stehenden Applaus dankten die Mitglieder Reinhard Auer für seine Leistungen, die weit über die Aufgaben eines Vorsitzenden hinaus reichten, und sorgten für einen emotionalen Schlusspunkt seines Tätigkeitsberichtes. Für seine Verdienste um den SC überreichte Kerstin Baumer eine Anerkennung seitens der Vorstandschaft. „Du hast den SC zu einem gut funktionierenden Verein gemacht“, sagte sie und zählte das Bockbierfest und Vereinsausflüge auf, die Reinhard Auer gerne und zur Zufriedenheit aller Teilnehmer organisiert hat. Außerdem hatte er für die Anliegen der Mitglieder stets ein offenes Ohr, hieß es in der Laudatio weiter.

Auch Gottfried Gürster kündigte nach seinem Kassenbericht seinen Rückzug vom Amt an. Er brachte es auf über 40 Jahre Tätigkeit im Verein, unter anderem als Abteilungsleiter der Fußballer und zuletzt als akribisch und zuverlässig arbeitender Hauptkassier.

Vor den Neuwahlen hatte die Mitgliederversammlung über einige Änderungen der Satzung abzustimmen, da bereits bei mehreren Sitzungen im Vorfeld besprochen wurde, die Aufgaben der Vorstandschaft auf drei gleichberechtigte Vorsitzende und zwei gleichberechtigte Stellvertreter zu verteilen.

SC bietet den Bürgern ein reichhaltiges Angebot

Bürgermeister Gerhard Blab hob in seinem Grußwort vor allem die Jugendarbeit hervor, durch die schon Kinder von kleinauf an den Verein herangeführt werden. Die steigende Mitgliederzahl bestätige die Vorstandschaft und die Abteilungen in ihrer Arbeit. An Reinhard Auer gewandt sagte Blab, dass er Höhen und Tiefen durchlaufen habe. Hinter seiner Arbeit als Vorsitzender stand stets seine Familie, die oft auf ihn verzichten und dafür Verständnis aufbringen musste. „Du hast viel mehr getan, als die Aufgaben eines Vorsitzenden umfassen“, meinte Blab. Es gebe wohl nur wenige Vorsitzende, die zusätzlich den Sportplatz mähen oder das Getränkedepot auffüllen. In der heutigen schnelllebigen Zeit sei es kaum noch möglich, dieses Aufgabenfeld alleine abzudecken. Deshalb zeigte sich Blab erfreut darüber, dass bereits im Vorfeld nach einer leistungsfähigen Dreierspitze gesucht worden war.

Rektor Manfred Simmel und Pfarrer Martin Schöpf dankten dem SC für sein umfangreiches Angebot, das er der Bevölkerung biete. „Es ist gut, wenn Schule und Verein so zusammenarbeiten“, betonte Simmel.

 

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